Viertes Kapitel.
Im Laufe dieſer Zeit hatte ſich Ulrike ſchon ziem⸗ lich eingebürgert auf Zederlehne, und wenn ſie auch immer noch mit dem hartnäckigen Vorſatze ihres Schwiegervaters zu kämpfen hatte, ſo half ihr ihre glückliche Unbefangenheit über manche Klippe hinweg, woran ein ängſtliches und mißtrauiſches Gemüth ret⸗ tungslos geſcheitert wäre.
Rudolph, als er ſah, daß die Natur ſeines jun⸗ gen Weibes die Rettungsmittel in der Gefahr ganz willenlos entfaltete, beluſtigte ſich innerlich an den Bemühungen ſeines Vaters, dieſer natürlichen Lie⸗ benswürdigkeit Wälle von böſem Willen entgegenzu⸗ bauen. Im voraus überzeugt, daß eines Tages die Widerwilligkeit des Papa Hans in lauterer Zärtlich⸗ keit für Ulrike ausbrechen würde, hielt er es für
1348


