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Windesflügeln fuhren ſie ins Dorf ein und hielten endlich vor dem Eingange des Schloßhofes. Der Thorweg war geſchloſſen. Hunde bellten. Aber kein Menſch zeigte ſich, die jungen Gatten gaſtlich zu empfangen— kein Licht erſchien— keine freundliche Stimme bot ihnen ein Willkommen! Nach wieder⸗ holtem Peitſchenknallen ſchlurrte träge ein Knecht aus dem Stalle herbei und rief, man ſolle nur Geduld haben, er komme ſchon!
„Man erwartet uns noch nicht,“ meinte Rudolph verlegen.
Ein herzliches Gelächter Ulrikens war ihre Ant⸗
wort. Es verrieth, daß ihre Laune nicht leicht zu
ſtören ſei. Rudolph hingegen kämpfte ſchon hart mit dem aufſteigenden Unmuthe. Er ſah Berechnung in dieſer Art des Empfanges, allein er fügte, ſich beherr⸗ ſchend, heiter hinzu:„Um ſo beſſer. Wir überraſchen meinen Vater dann in ſeiner hausväterlichen Art und Weiſe!“
Der Thorflügel drehete ſich langſam und unmelo⸗ diſch knarrend in den Angeln, die Pferde zogen an und förderten den Wagen bis vor das Portal. Alles war und blieb dunkel, nur des Knechtes Stalllaterne erleuchtete ſpärlich den Platz und zeigte die breiten friſch mit weißem Sande beſtreuten Stufen der ſtatt⸗


