Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Ulrike war guten Muthes. Sie kannte die ganze Jugendgeſchichte ihrer Eltern und zwar hatte ſie dieſelbe von zwei Seiten betrachten gelernt, ſeit⸗ dem Rudolph davon unterrichtet worden war. Sie fand es natürlich, daß ihr Schwiegervater jede nä⸗ here Berührung mit den Jugendfreunden, die ſein Herz gekränkt hatten, für den Augenblick vermied, aber ſie hoffte ſtark, daß es ihr gelingen werde eine Ausſöhnung herbeizuführen, nachdem ſie Rudolphs Gattin geworden war und zwar mit ſpezieller Be⸗ willigung ſeines Vaters. Was ſollte ihr nun noch begegnen, dieß Glück zu ſtören? Wir ſehen, die junge Frau gehörte zu denen, die mit dem Beginne der Ehe ein Paradies betreten zu haben wähnen, in welchem von irdiſchen Leiden nicht viel mehr die Rede ſein kann. Selbſt Rudolph gab ſich mit ſorg⸗ loſem Herzen der Wonne ſeines ſchnell gewonnenen Glückes hin und ſchlug alle die Opfer, die er ge⸗ bracht und alle die Drohungen, die ſein Vater aus⸗ geſtoßen hatte, ſehr gering an. In der glücklichſten Stimmung näherten ſie ſich Zederlehne beim An⸗ bruche des frühen Winterabends. Die prächtigen Pferde des Poſtzuges, den ihnen Herr Hans zur Reiſe geſendet hatte, witterten die Nähe des Stalles und ſetzten ſich in einen verſtärkten Trab. Wie auf