Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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und ſie ſollten beide auf all' das geiſtige Leben Ver⸗ zicht leiſten, deſſen ſie ſo ſehr bedurſten? Es lag eine entſetzliche Grauſamkeit in dieſer väterlichen Ein⸗ willigung.

Der alte Edelmann betrachtete lächelnd die Zei⸗ chen der tiefſten Niedergeſchlagenheit, die ſich im Weſen des Sohnes ausprägten.

Nun, überlege Dir die Sache reiflich, Rudolph. Ich will jetzt gehen, um nach meinen Schafen zu ſehen. Sie ſind ſchon herein und haben wacker ge⸗ blöckt, daß ich ſie begrüßen ſollte. Dieß Amuſement kennſt Du noch nicht; wirſt ſchon lernen daran Ver⸗ gnügen finden. Ueberlege Dir alles. Wenn ich wie⸗ der komme, kannſt Du mir Deinen Willen kundthun, und dafür erzähle ich Dir eine Geſchichte, die Dir mein Betragen erklären wird..

Rudolph blieb allein. Sein Kampf war ſchwer, aber kurz. Die Flügel des Liebesglückes hoben ihn zu Anſchauungen empor, welche die trioiale Welt mit verſchönerndem Glanze umwoben, er ſetzte ſich und ſchrieb. Dann ſiegelte er, küßte den Brief und über⸗ gab ihn ſeinem Diener, der, ſeines Winkes gewär⸗ tig, unter ſeinem Fenſter harrte. Der Diener warf ſich aufs Pferd und jagte davon.*

Als nach einer Stunde Herr Hans Wilkow von