Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Die Marquiſe, dem pariſer Leben nun entfrem⸗ det, wollte ſich nicht von Caritas trennen, ſie zog mit ihr zurück in die deutſchen Gauen, denen ſie im Grunde abhold geworden war.

Und wie fanden dieſe Glücklichen die Bewohner des alten Schloſſes am Strome?

Im vollen Genuſſe einer behaglichen Glückſe⸗ ligkeit. Schollin's Ehe war reich geſegnet mit Kindern, ſeine Wirkſamkeit wurde anerkannt, ſeine Berufstreue hochgeſchätzt. Sieben Jahre voll ernſter Thätigkeit hatten hingereicht, die phantaſtiſchen Auswüchſe ſei⸗ nes Gemüthes in ein richtiges Geleis zu führen. Franziska war die glücklichſte Gattin und die glück⸗ lichſte Mutter. Ihr heiteres Auge und ihr freies vertrau⸗ liches Verkehren mit dem Gatten zeigte, daß ſie die demüthigenden Erinnerungen gänzlich begraben hatte.

Die geduldige Sanftmuth ihres Weſens war einer friſchen und ſeelenvollen Lebendigkeit gewichen, die ihr eine noch jugendliche Anmuth verlieh.

Wenn die Liebe mit ihrem romantiſchen Ge⸗ heimniß vor ſieben Jahren ein ſeltſam inniges Band um die Herzen der Mutter und Tochter gezogen hatte, ſo erblühte jetzt unter der Fröhlichkeit eines ungeſtörten Glückes eine unauflösbare Feſſel gegen⸗ ſeitiger Zärtlichkeit und Werthſchätzung. 1857. V. Caritas. III. 11