Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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„Gehen Sie ruhig Ihrem Schickſale nach. Wenige Jahre und ich bin von dieſen Qualen erlöſet— Hoffen Sie nicht, daß Caritas Ihnen folgt, ſo lange ich athme.“— Ein ſanftes wehmüthiges Lächeln flog über ſein bleiches eingefallenes Geſicht, als er hinzufügte: „Wir wollen ihr aber die Ausſicht auf Glück, das den Weg nur über mein Grab findet, erſparen. Gehen Sie ruhig— wen Caritas liebt, der iſt ihres Her⸗ zens auf ewig ſicher.“

Und Eugen ging, ohne Caritas an dieſem Mor⸗ gen geſehen zu haben. Aber ſein Weg führte ihn nur zu dem Geſandten, der ſein Freund war.

Seine Liebe hatte jetzt den Höhepunkt erreicht, wo jedes Widerſtreben unnütz iſt, wo es aber auch aufhört und in den Bewegungen der Seele unter⸗ geht. Was auch die Quellen des Ehrgeizes ihm darbieten mochten, die Quellen der glücklichen Liebe waren ein Aequivalent dagegen.

Er fand den Geſandten nicht allein, zwei Attaches verſchiedener Höfe waren bei ihm. Zu jeder andern Zeit würde er ſich durch ſolche Geſellſchaft von der Eröffnung ſeiner Privatintereſſen haben abhalten laſſen— in ſeiner eingetretenen Gemüthsverfaſſung achtete er ihrer nicht, denn es dürſtete ihm nach Entſcheidung.