Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Einen Augenblick zögerte ſie— warum wollte Caritas das wiſſen?

Sie wiederholte ſinnend:„Eben ſo glücklich?— O ja,“ betheuerte ſie dann freudig„aber nicht ganz ſo

ungetrübt— doch das wird, wie ein Frühlingsge⸗ wölk, vorüberziehen.“ „Nein, Mutter— es wird ſich wie eine Ge⸗

witterwolke dichter und dichter zuſammenziehen, um endlich Dein Glück gänzlich zu erdrücken.“

Betroffen ſenkte Frau von Schollin den Blick, und Caritas, durch dieß ſtille Eingeſtändniß ermu⸗ thigt, fuhr fort:

„Und die Veranlaſſung zu dieſem ſchwülen Ge⸗ wittertreiben bin ich, meine liebe Mutter!“

Frau von Schollin lächelte trübe.

„Es verletzt Oich die Laune des Mannes, mein Kind, der mein Gatte, aber nicht Dein Vater iſt?“ fragte ſie ſanft.„Tadle ihn nicht deßwegen.“

„Tadeln—?“ unterbrach das Mädchen ſie mit feurigen Blicken.„Tadeln, meine Mutter? O, wer möchte den Mann tadeln, der in der Liebe ſeiner Gattin ſein höchſtes Glück findet, der ſeines Lebens Seligkeit in dem Gedanken an ſie ſucht, wenn er aus dem ermattenden Beruf auftaucht! Nein, Mutter,

ich preiſe Dich glücklich wegen dieſes Gatten, der