Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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mich als ein Hinderniß ſeines ungeſtörten Glückes zu betrachten geneigt iſt— ich preiſe Dich glücklich in ſeinem Beſitze, weil er ſich ganz befriedigt fühlt im einſamen Beiſammenleben mit Dir.“

Frau von Schollin lauſchte verwundert dieſem Ausbruche von Empfindungen, die ſie dem unerfah⸗ renen Mädchen nicht zugetraut haben würde. Was hatte die Anſchauungen in dieſer jungen Bruſt ſo plötzlich gereift?

„Aber es wäre grauſam, wollten wir ihm dieß ſpäterworbene Glück rauben“— ſetzte Caritas mit leiſer, wankender Stimme hinzu—„laß mich ziehen, theure Mutter, laß mich ziehen mit der Frau, deren Herz leer iſt, deren Tage, in trauriger Einſamkeit, von meinem Daſein Freuden empfangen können.“

„Trennen von Dir ſoll ich mich, Kind! Kind, haſt Du an den Schmerz dieſer Trennung gedacht bei Deinen unüberlegten Worten?“

Caritas legte ihre Arme um ihre Mutter.

„Trennung von mir— 4 flüſterte ſie ganz leiſe— „oder Entfremdung von ihm, der Dich mehr liebt als ſein Leben! Was willſt Du wählen!“

„O, mein Gott!“ ſtöhnte die arme Frau.—* aber das junge Mädchen nicht Recht? Eine lange Pauſe entſtand.