Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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der Liebe auf alles, was dieſen Gegenſtand umgibt, was ihn beſchäftigen und von ſtetem Gedenken der Liebe abhalten könnte. Nichts ſoll das Herz der Frau beſchäftigen, als die Sorge um das Wohlſein des geliebten Mannes, ſo denkt der Gatte, welcher endlich die als ſein Eigenthum ſieht, die er feurig erſehnt hat;— nichts muß ſie hindern nur ihm zu leben, nichts darf ſie mehr intereſſiren, als das Lä⸗ cheln ſeines Mundes und der frohe Blick ſeines Auges.

Wie geſagt: dieſer Neid der Liebe entſpringt aus Quellen, die Glück und Wonne mit ſich brin⸗ gen— aber er iſt ein ſtiller und ſicherer Feind der Ehe, und mehr als alles zu fürchten und zu beach⸗ ten, was ein friedliches Glück zu ſtören vermag. Wenn es der Eiferſucht gelingt, die Liebe lange wach und flammend zu erhalten, ſo iſt die Einwirkung des Neides der Liebe als ein Gifttropfen zu betrachten, der weder Aufregung, noch Schmerzen mit ſich bringt, der aber durch die tiefe verborgene Bitterkeit der Er⸗ fahrung das Gemüth durchdringt, die Grundfeſten der Ehe untergräbt und das herzliche Intereſſe tödtet, das den Gatten immer ſicherer wieder zur Gattin zurückführt, als alle momentanen Aufregungen der Zärtlichkeit.

1857. V. Caritas. III. 3