Viertes Kapitel.
Im Menſchen wuchert ein giftiges Uebel, das mit ſeinen ſchönen Blüthen die Beobachtung täuſcht und von manchen als ein Beweis tiefer und heili⸗ ger Gefühle betrachtet wird. Das iſt der Neid der Liebe! Selten findet ſich dieſer Neid der Liebe, der durchaus nichts mit den Flammen der Eiferſucht ge⸗ mein hat, in dem bräutlichen Verhältniſſe; er iſt nur ein Begleiter zärtlicher Ehen, niſtet ſtets mehr im Herzen des Mannes als der Frau, und zerſtört man⸗ ches Bündniß, das unter dem ſegenverheißenden Schutze der wahrhafteſten Liebe begann, bis zur Wur⸗ zel hinab.
Sein Grundelement iſt das Begehren: im Her⸗
zen des geliebten Gegenſtandes allein zu herrſchen,
es allein auszufüllen; deßhalb erſtreckt ſich der Neid


