„Und ich würde mir es nie erlauben,“ fügte Eugen ſtolz hinzu.„Wähle ich eine Gattin, deren Abkunft ich vertreten muß, ſo ſchütze ich ſie mit meinem Blute.“
Das Geſpräch endete. Nicht ganz zufrieden mit einander mußten ſich beide Männer ſagen, daß ſie nach ihren Anſichten handelten und daß die Opfer des Stolzes immer das Pulſiren des Herzens beein⸗ trächtigt hätten, ſo lange die Welt ſtand.
Von den ſpeziellen Gefühlen Schollin's wird uns der Erfolg unſerer Erzählung Rechenſchaft ge⸗ ben. Ueber Eugen's Empfindungen können wir nur ſagen, daß er das Alter überſchritten hatte, wo die Herrſchaft des Herzens alles andere unterjocht und ſich zur Hauptſache des Lebens ausbildet. Er ſchlug einen Kampf mit der, Liebe nicht hoch an, weil er die Leidenſchaft in höchſter Potenz noch nicht hatte kennen lernen, und er betrachtete die Ueberwindung ſeiner Gefühle bei frühern Liaiſons als den Maß⸗ ſtab ſeiner innerlichen Kraft. Dazu kam noch ein wenigopferbereites Gemüth und die richtige Erkennt⸗ niß von den Erforderniſſen einer Frau, die ihn dau⸗
ernd zu feſſeln im Stande ſein ſollte. Reine Liee
benswürdigkeit und hingebende Zärtlichkeit, äußere Reize und Tiefe des Gemüthes reichten bei ihm, ſo


