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dann ließ ſie alle Schranken und alle Schleier fal⸗ len, dann glühte etwas edles und doch phantaſti⸗ ſches in ihrem Weſen auf, was ein Mutterherz be⸗ ſeligen konnte. Es waren dieß die Feſtſtunden ihres Lebens. Sie waren aber, wie die Sonntagsfreuden, nicht nur der Heiterkeit geweiht, ſondern der Heili⸗ gung und Erhebung.
Aber es kam ein Tag, der dieß ſchöne Glück ſtörte. Nach und nach trat das Schickſal heran, um
die Trennung dieſer weiblichen Herzen, die das Ver⸗
hältniß einer Mutter und Tochter bis zur idealen Reinheit und Hingebung erhöht hatten, zu bewirken.
Der Legationsrath, im ſtillen beglückt wie noch nie in ſeinem bewegten Leben, und von ſeinem Eifer, die brillanten Anlagen des jungen Mädchens zu bilden, ganz hingenommen, erhielt Briefe, die ſeinen Urlaub plötzlich abkürzten und ſeine Abreiſe ſchleunigſt forderten.
Zuerſt aufgeregt, verwirrt von der drohenden Trennung, zeigte ſein Betragen gegen Caritas eine ſo leidenſchaftliche Färbung, daß Franziska jeden
oment eine Erklärung heraustretend erwarten mußte. Er geſtattete ſeinen Augen eine verrätheriſche
Glut und ſeinen Worten eine zärtliche Bedeutung Dann wurde er ruhiger und zuletzt mehr al


