Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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das Glück feſtzuhalten, das ihm in dem Beſitze ſeines Weibes gegeben worden war.

Ihr Bündniß erhielt eine neue Weihe in dem Zuſammenfluſſe der innerlichen Schmerzen, die über ſie verhängt waren, und indem er ſeine Männerehre als Schirm, Schutz und Schild darbot, um die Hilf⸗ loſigkeit ſeines Weibes zu ſtützen, feſſelte er ſie mit unauflösbaren Fäden an ſich, die in der tiefen An⸗ erkennung ſeines Opfers täglich neue Stärke gewannen.

Ob der Frieden ſeiner Bruſt ganz ungeſtört von leiſen Regungen menſchlichen Empfindens bleiben, ob nicht der Schatten unwillkommener Erſcheinungen bis⸗ weilen das Sonnenlicht ſeiner Zukunft trüben wird, das müſſen wir unerörtert laſſen. Die Hoheit irdiſcher Geſinnungen iſt nicht der Reinheit der Engel gleich, und wir halten es für Vermeſſenheit, dergleichen Hirngeſpinnſte als Beiſpiele der Wirklichkeit aufzuſtellen.

Schollin handelte nicht ganz ohne Selbſtſucht, weil die kurze Spanne Zeit hingereicht hatte ihm die Troſtloſigkeit ſeines beraubten Lebens darzuſtellen ſein Moralſyſtem wurde erſchüttert ſeine Le⸗ bensphiloſophie angegriffen, der Schmerz der Entbeh⸗ rung malte ihm eine Reihe vergangener ſüßer Freu⸗ den in dem Lichte der Verklärung dazu geſellte ſich der Anblick einer hilfloſen Eemuttung, der nie