Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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ohne Eindruck auf das ſtarke Männergemüth bleibt, wenn er mit unbeſtreitbarer Wahrheit vor dasſelbe hintritt. 4

Unter dieſen flüchtiggeſchilderten Einwirkungen iſt die plötzliche Verwandlung ſeines Innern erklär⸗ lich, ohne daß wir in ihm einen engelgleichen Hel⸗ den verehren müſſen, der ſeine Individualität dem Einfluſſe weichlicher und romantiſch ſchwärmeriſcher Sentimentalität unterwirft.

Ein ſcharfer Beobachter hätte in dem leichten Trübſinn, der wie ein Nebel auf der ſonſt klaren Stirn lag, wohl wahrnehmen können, daß er die Geſetze ſeines Stolzes nicht ungeſtraft überſchritten hatte, und dem Auge der Liebe blieb es nicht verborgen, daß mit dieſer Erfahrung ein Ideal in ihm zertrüm⸗ mert war.

Abgeſehen von allen den ebengeſchilderten, wi⸗ derſtreitenden Empfindungen wurde der Gedanke an den Tod des Oberförſters von Malchow, als den ge⸗ fährlichſten Mitwiſſer dieſer Antezedentien einer mehr unglücklichen, als ſtrafbaren Frau, eine wahre Beru⸗ higung für Schollin.

Die übrigen Unterrichteten ſtanden in zu naher Beziehung zu ihnen, als daß man tückiſchen Verrath zu fürchten hatte, und die nahe bevorſtehende Tren⸗