Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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komprommittirt und das Daſein eines Bruders mit Schmach beladen werden konnte. Nein Schollin erkannte in dieſem ergebenen und traurigen Ausdrucke, daß ihre Vorausſetzungen vermeſſen geweſen waren, daß Franziska ihre Geiſteskraft gerüſtet, aber ihre Hoffnungen gänzlich zerbrochen hatte.

Was ſein oerletztes Herz, ſein gekränktes Ehrge⸗ fühl und ſeine aufgeregte Phantaſie auch beſchloſſen haben mochten es verflog, und ſeine Entſchlüſſe, im Tumulte der innerlichen Aufregung entworfen, nahmen einen andern Charakter an.

Kein Wort entheiligte dieſe Minute.

Sie verſtand jedoch mit dem Inſtinkte des lie⸗ benden Herzens ſeine Bewegung zu deuten, und ſie fühlte, daß ſein Gefühl zu ihren Gunſten entſchie⸗ den habe.

Ohne mit der Philoſophie der damaligen Zeit⸗ periode alle Vorurtheile zu verachten, nahm er mit dieſem Schritte ſeinen Theil von Pflichten gegen ſie und gegen ihre Tochter willig auf ſeine Schultern. Was die Welt mit ihrer Läſterzunge von jetzt an be⸗ ſudelte, das traf ihn mit. Dagegen war er keines⸗ wegs blind. Umſomehr bekräftigte es die Größe ſe Zuneigung, die vergeben, vergeſſen und von de ſelbſtgeſchaffener Würde herunterſteigen mußte,

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