Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

192

Ein ſchwaches, aber ſehr gütiges Lächeln mußte ihrer frohſinnigen Frage jetzt als Antwort dienen.

Was ſollte er ihr ſagen? Sollte er ſie von ſeiner Furcht unterrichten? Sollte er ſie mitnehmen zu dem Zimmer, um ſie zur Zeugin aufregender Szenen zu machen, bevor ſie noch wußte, wie tief ſie darin verflochten war? Und dann, wer ſtand ihm dafür, daß nicht Unglück ſeiner wartete, wenn er Licht in das räthſelhafte Verſchwinden ſeiner Schwe⸗ ſter brachte?

Bleiben Sie hier, Caritas, ſagte er, nachdem er eine Sekunde gezögert hatte, um die mitgetheilten Bedenken zu überlegen.Bleiben Sie hier folgen Sie mir nicht. Wenn ich meine Schweſter finde, hole ich Sie von hier ab verweilen Sie alſo

Haſtig ſchlug er die Thür zu und ſchritt zum Zimmer, wo er Schollin verlaſſen hatte. Dieſer hatte ſeinen Platz ſchon verlaſſen und war im Dämmer⸗ ſcheine im Zimmer umhergetappt, um die zu ſuchen, welche der Gedanke an Eugen's Vermu⸗ thung machte ihn ſchaudern.

Er fand ſie nicht. Das Sopha war leer nirgends eine Spur.

Entſchloſſen ſchritt er zu dem Eingange ihres gemeinſchaftlichen Schlafzimmers, das von Franziska