Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Es drängte ihn Franziska zu ſprechen. Er wagte es aber nicht ohne die beſondere Erlaubniß des Gatten eine Zuſammenkunft herbeizuführen, um, wie er ſich ausdrückte, den Rieſenſtolze nicht noch ungünſtigerer Laune werden zu ſehen.

Die Idee aber, Caritas zum eigenen Richter ihres Geſchickes zu machen, faßte immer feſtere Wur⸗ zel in ihm. Seiner Julie konnte eine kleine Lehre und eine kleine Strafe für den Eigenſinn: eine ſentimentale Mutter ſpielen und eine langweilige Reiſe deßhalb unternehmen zu wollen, nicht ſchaden. Sie ſollte nichts erfahren von den Vorgängen, beſchloß er. Ihre ſehr blühende Körper⸗ und ihre ſehr leicht⸗ fertige Geiſteskonſtitution ſetzten ſie, ſelbſt bei frap⸗ panter Entſcheidung, keiner Lebensgefahr aus.

Weniger leichtherzig waren die Gedanken, denen ſich Schollin nach des Marquis Entfernung überließ, doch können wir nicht läugnen: daß ihnen der ſchwere Druck unabänderlichen Unglückes genommen war.

Der warme Athem der Menſchlichkeit löste, gleich der warmen Märzſonne, die ſchwere Eiskruſte von ſeinem Herzen, welche, von Vorurtheilen und Anſprüchen genährt, ſchnell genug darüberweg ge⸗ wachſen war. So lange hatte er, ſtarren Grolles voll, nur an ſeine Leiden gedacht jetzt erwachte