Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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verſucht hatte, mit ihrem Leben zahlen wollte. Damals gab es Männer aus dem makelloſeſten Stamme unter uns, die voll Ehrfurcht für dieſe Tugend eines ſo ſehr jungen Mädchens erfüllt waren. Die Deut⸗ ſchen empfinden anders! Wie gehaltvoll das Silber iſt, das iſt ihnen gleich, wenn ſein Glanz nur nicht getrübt iſt!

Er machte Anſtalt ſich zu entfernen. Schollin hielt dieſe peinliche Konferenz für vollſtändig beendet und ſtellte ſeinem Weggehen nichts in den Weg.

Sehen Sie ſich vor, mein Herr, ſehen Sie ſich vor, daß die Härte Ihrer Tugend Sie nicht ſtrafend ſelbſt verfolgt. Denken Sie an die lamentable Trauer des Herrn von Schwechten, der vom blutigen Bilde ſeines langjährigen Freundes verfolgt wird, weil ſein Edelmannsſtolz eine voreilige Erklärung abgab, und er dadurch einen Selbſtmord herbeiführte.

Die edelſten Gefühle können auf Abwege ge⸗ rathen, entgegnete Schollin ruhig.Wenn mein verletztes Ehrgefühl für jetzt über meine Herzensge⸗ fühle dominirt, ſo verſpreche ich Ihnen: doch keine Übereilung zu begehen, die nicht gutgemacht werden könnte. Mir liegt die traurige Verpflichtung noch ob, den Bruder, der ſeine Schweſter über alles ſchätzt, von der traurigen Entdeckung zu unterrichten. In