Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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dem Andenken an ein kurzes, ſtürmiſches, traumähn⸗ liches Gefühl begegnen konnte, wird dieſe tiefe in⸗ nige Empfindung, verbunden mit den Selbſtquäle⸗ reien ihres Zartgefühles, das Weib tödten. Han⸗ deln Sie nach Ihrer deutſchen Weisheit. E

Der Landrath ſchwieg. Ob er betroffen war?

Er lenkte nach einer kurzen Pauſe das Geſpräch wieder auf Caritas zurück und meinte: es wäre na⸗ türlich, daß Frau von Schollin ihre Tochter hier zu behalten wünſchen würde.

Warum? fragte der Marquis lebhaft.Es wird mir zur Ehre gereichen, ſollte Frau von Schol⸗ lin eine Einladung, die ich ſogleich an ſie richten werde, wenn ich von hier gehe, annehmen, und nebſt ihrer Tochter mein Haus als das ihrige zu betrach⸗ ten geneigt ſein; allein in allen Fällen bin ich ent⸗ ſchloſſen, Caritas mit Entzücken als meine Tochter zu betrachten und ſie als ſolche zu ehren.

Schollin veränderte die Farbe. Der Gedanke war ihm neu, er war ihm peinlich, ſeine Gattin, die er verſtoßen wollte, in fernen Landen, unter Verhält⸗ niſſen zu wiſſen, wo ihre Gedanken von ihm abge⸗ zogen werden konnten.

Das alles wird Frau von Schollin nicht an⸗ nehmen und in gewiſſer Rückſicht nicht annehmen 1 12*