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Erinnerungen beherrſchen laſſen.— Es iſt Gras auf ſeinem Grabe gewachſen und der Weltſturm hat mit ſeinen Fittichen dariehergeweht.— Der feindliche Konflikt iſt zwiſchen den Völkern verſchwunden— Sie ſehen, die Zeit gleicht alles aus!— Ihre Gat⸗ tin iſt die edelſte Erſcheinung, die mir auf meinen Lebenswegen begegnet iſt.“—
„Nennen Sie die Dame nicht mehr meine Gat⸗ tin,“ warf Schollin unmuthig ein.
„Sie wollen ſie verſtoßen?“ fragte der Marquis überlaut vor Ueberraſchung.
Ein flammendes Roth ſchlug über das ganze Ge⸗ ſicht des ſtolzen Beamten. Weiter gab er keine Antwort.
„Es wäre unverzeihlich, mein Herr! Nehmen Sie an, das Band der Ehe habe ſie mit meinem Bruder wirklich verbunden gehabt.“—
Es erfolgte keine Gegenrede.
„Glauben Sie mir— wäre mein Bruder am Leben geblieben, er häͤtte jedes Opfer gebracht, um den Anforderungen zu genügen, die verletzte Ehre einer Dame zu machen berechtigt iſt. Sein Vorſatz ging dahin, das Band ſeiner Ehe zu löſen und mit ſeinem Herzen zugleich ſeine Hand und ſeinen Namen zu Füßen des gekränkten Engels zu legen.“
1857. IV. Caritas. II. 12


