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Endlich erſchien der Marquis. Es war charak⸗ teriſtiſch, daß derſelbe für nöthig gefunden hatte Toi⸗ lette zu dieſer Zuſammenkunft zu machen, während der Landrath bei ſeinem Eintritte in einem Anfluge von Befangenheit ſeinen ſchlichten Oberrock dichter um ſich zog und ihn mechaniſch bis oben zuknöpfte. Die Eleganz in des Marquis Erſcheinung über⸗ ſah er.
Mit einer Handbewegung zum Sitzen einladend und ſehr ſchnell einen Seſſel gegenüber einnehmend, begann er haſtig das Geſpräch mit der Frage:
„Sie erkannten Frau von Schollin, mein Herr?“
Der Marquis ſtutzte:
„Sie wiſſen?“ fragte er dagegen.
Der Landrath beachtete es nicht und fuhr fort: „ Wie war es möglich nach ſo langer Zeit eine Dame wiederzuerkennen, die Sie, ich weiß das aus deren eigenen Bekenntniſſen, nur ein⸗ oder zwei⸗ mal geſehen hatten?“
„Es iſt eine bekannte Thatſache,“ entgegnete der Marquis ruhig,„daß ein Moment tiefen und ſchmerzlichen Intereſſes die menſchlichen Geſichtszüge feſter in unſere Erinnerung einprägen kann, als ein jahrelanges unintereſſantes Nebeneinanderleben.“
Der Landrath warf ſtolz den Kopf auf.


