So jung ich war, ſo tief brannte doch die Schmach in mein Gemüth ein und härtete es gegen die Opfer ab, welche mir nöthig ſchienen. Meine Gedanken weil⸗ ten oft bei dem Kinde— ich war nach dem frühen Tode meiner Eltern im Stande ſelbſtſtändig handeln zu können— ein Aſyl, fern von der Heimat würde ſich ſchon gefunden haben, wenn ich nur erſt meine Tochter gefunden hatte.“—
Franziska hielt eine Minute inne. Sie über⸗ ſprang die Zeitperiode, in welcher ſie die Liebe ihres Gatten errungen hatte— es wäre eine Entheili⸗ gung geweſen ſeinen Namen in dieſe Beichte zu ver⸗ flechten. Leiſe deutete ſie nur an, daß ſie damals hätte reden müſſen, wenn ſie ſich alle Selbſtvorwürfe hätte erſparen wollen.
Sie knüpfte den Faden wieder an beim erſten Begegnen des jungen Mädchens im Walde und ge⸗ ſtand, daß ihr erſter Anblick ein Entſetzen in ihr wachgerufen, das mit nichts zu vergleichen geweſen ſei. Ihr Name habe nachher hingereicht, um ihre Verzweiflung zu vollenden.
Franziska führte alle Gemüthsaufregungen, alle Beſchwichtigungen durch die vorwaltenden Verhält⸗ niſſe vor die Seele des mehr und mehr erſchütterten Mannes, der immer geſpannter und immer aufmerk⸗
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