Neuntes Kapitel.
Die Geſchäftszimmer des Landrathes waren ge⸗ ſchloſſen— die Ruhe des Feierabends lag auf den untern Räumen des Schloſſes. Nur in dem Kabinete neben dem Arbeitsbureau desſelben brannte noch eine Lampe und verbreitete ein ſanftes melancholiſches Licht durch das kleine trauliche Gemach. Es war Schollin's Privatarbeitszimmer. Er ſaß in einem be⸗ quemen Lehnſeſſel und überflog noch einmal die Ta⸗ gesliſte, um dann ſeinen Gäſten den Reſt des Abends widmen zu können.
Seine Miene hatte nicht die ermunternde Freund⸗ lichkeit, die ſonſt eine Zierde dieſes ſtolzen und ernſten Geſichtes abgab. Geſchäftsernſt und Abſpannung hatten trübe Falten auf der Stirn zuſammengehäuft,


