Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

157

werden, artig entgegenſetzte und ſie bat, in ihr Zim⸗ mer zu treten.

Franziska bewegte heftig den Kopf.Ich muß Frau Weber ſprechen ich muß. Seien Sie barmherzig führen Sie mich zu ihr! flüſterte ſie.

Die Forſtſchreiberin erkannte nun ihren Beſuch. Sie erklärte der Landräthin den Zuſtand der Kran⸗ ken ſo hoffnungslos, daß ſie Anſtand nähme dieſem Verlangen zu entſprechen.

Sie liegt in ſtillem Schlummer ohne Intereſſe an irgendetwas, nimmt nur wenig Nahrung, und ich hoffe, ſie wird in dieſem Schlummer ſanft und ſchmerzlos hinübergehen, ſetzte ſie ergeben hinzu.

Mein Gott, ſie wird doch nicht ſchon todt ſein! rief Frau von Schollin erſchreckt.Sie muß mir Auskunft geben und ſollt' ich ſie vom Tode ſelbſt erwecken laſſen Sie mich zu ihr!

Frau Lindſtedt zögerte nun nicht länger das Krankenzimmer zu öffnen.

Die Wahrheit des Ausdruckes in der ſichtlichen Aufregung der Dame bezwang ihre Skrupel und machte ſie geneigt, die Ruhe einer Sterbenden der Beruhigung einer Lebenden zu opfern.

Begierig die Art des Anliegens zu erfahren, das