Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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zu hemmen, gegen ihre Augen auf, und legte es dann an ihre Lippen.

Wie eine Flut den feſteſten Damm durchbricht, wenn ſie in aufgeregten Wogen daherrauſcht, ſo war die eiſenfeſte Mauer, womit Franziska ihr Daſein umgeben hatte, jetzt gewichen. Das Schweigen des Geheimniſſes wankte unter ihren Entſchlüſſen, die noch in raumhafter Angſt vor ihrer Seele ſtanden, und ſie folgte willenlos und unaufhaltſam dem Fa⸗ den ihres Verhängniſſes, der ſie zur Enthüllung ihrer Jugendverirrung hinzog.

Sie erreichte das Forſtſchreiberhaus. Auf der Schwelle ſetzte ſie ſich nieder, um das konvulſiviſche Athmen ihrer Bruſt ſtillwerden zu laſſen. Dann faßte ſie den Griff der Thüre und betrat feſt und geſammelt das Haus, welches ein Kleinod beherbergt hatte, deſſen Beſitz nun ausreichen mußte alle an⸗ deren Wünſche zu ertödten.

Frau Lindſtedt trat ihr aus dem Stübchen der Witwe Weber entgegen. Die ſchnell herabfallende Dämmerung hinderte ſie in der weiblichen Geſtalt ſogleich die Frau von Schollin zu erkennen, daher kam es, daß ſie ſich dem beſtimmt ausgeſprochenen Verlangen der Dame, zu Frau Weber geführt zu