153 könne hier ein Irrthum vorwalten,“ ſprach ſie heftig zu ihm, aber ſie bediente ſich der franzöſiſchen Sprache, um nicht von Caritas verſtanden zu werden.
„Es wäre doch auf alle Fälle einer Nachfor⸗ ſchung werth,“ antwortete er auch in ſeiner Landes⸗ ſprache.
Franziska ſprach kein Wort. Sie verſtand aber noch genug franzöſiſch, obwohl ſie es aus Grundſatz nie wieder über ihre Lippen gehen ließ, um alles zu verſtehen, was ſchneidend hell in ihrem Innern wie⸗ derklang.
„Sie ſieht Dir zu ähnlich, um einen Zweifel zu haben“— rief die Marquiſe bewegt.
„Gottes Fügung kann hier walten,“ erwiederte der Marquis mit ſeltſamer Betonung, indem er ſich ganz von Franziska abwendete, um gleichgiltig nach einem Buche zu greifen.„Sie ſieht auch meinem Bruder ähnlich!“
Er hörte ein Geräuſch. Franziska war aufge⸗ ſtanden und hatte jähe das Zimmer verlaſſen. Raſch folgte er ihr nach.
Im Vorſaale war ſie machtlos, überwältigt von den widerſtreitenden Empfindungen ihrer Bruſt, in einen Seſſel geſunken.
Der Marquis beugte ſich zu ihr nieder.


