Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Sie hatte die Einſamkeit der letzten Stunden dazu benutzt, um ihre Geiſteskraft zu ſtählen. Es war ihr nach der Erklärung: in Caritas eine Toch⸗ ter des frühern Kolonel Deſalles zu ſehen, nicht mehr auffallend, daß der Anblick derſelben ſie ſo tief verletzt und ſchaurige Erinnerungen in ihr aufge⸗ ſcheucht hatte, und ſie war bemüht geweſen ſich auf alle Fälle vorzubereiten, die den Namen ſeines Bru⸗ ders in ihre Geſpräche verflechten konnten. Daran ge⸗ wöhnt ſich beherrſchen zu müſſen, ertrug ſie daher den forſchenden Blick des Marquis weit gefaßter, als ſich bei den bewandten Umſtänden erwarten ließ. Sie wußte, daß er ſie kaum geſehen, kaum einmal mit ihr geſprochen, kaum ihren Namen ohne die franzöſiſche Entſtellung gehört hatte dieſe Ge⸗ wißheit hob ihren Muth, der beim erſten Anblicke des bekannten Geſichtes er ſah ſeinem Bruder etwas ähnlich tief geſunken war.

Nur einige Tage feſten Willen und ſie fühlte ſich gerettet, nachdem Malchvw ſeine Drohung mit ins Grab genommen.

Aber ihr Muth ſollte verſucht werden. Die bö⸗ ſen Geiſter der Vergeltung waren einmal erwacht und ſuchten ihres Opfers habhaft zu werden.

Der Marquis hörte die Nachricht von dem