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„Meinen Sie, daß unter dem Flitterſtaate der Mode kein lebendiges und gutes Herz ſchlagen könne?“
„Ich bezweifle das nicht, Herr Baron. Ja, die Marquiſe hat uns ſogar durch ihren Eifer be⸗ wieſen, daß in ihrer mit Blonden und Juwelen ge⸗ ſchmückten Bruſt mindeſtens die Se hnſucht erwachte, ihr Kind von der romantiſchen Entbehrung in welt⸗ lichen Lurus einzuführen. Haben Sie aber— ich appellire an das Urtheil der Damen— in einem einzigen Blicke die glühende Erwartung oder das Gepräge tiefer heiliger Mutterzärtlichkeit erblickt?“
„Sie unterſcheiden fein,“ ſagte der Baron— die Anderen ſchwiegen.
„Worin liegt der Unterſchied“— murmelte der General nach einer Weile, und die Baronin meinte lächelnd:
„Wir tragen die Schuld der Enttäuſchung; denn die Schmerzen der Jugend verklären ſich in unſerer Phantaſie und geben dem Gegenſtande romantiſcher Verhältniſſe ein ideales Gewand.“
„Dann freilich iſt es kein Wunder, wenn wir mit dieſer Verzauberung an einem Modekupfer ge⸗ ſcheitert ſind,“ entſchied der Aſſeſſor mit ſeinem ge⸗ wöhnlichen Sarkasmus.


