Stirn ein. Eine brillante Toilette vollendete den Glanz ihrer Erſcheinung. Aber ihr Koſtüm ließ er⸗ kennen, daß ſie zu den Damen zählte, die der Mode mit Paſſion und ohne großer Rückſichtnahme auf Ju⸗ gend und Alter huldigen.
Die Damen der Elite waren die Erſten, die der ſtolzen und eleganten Geſtalt das ariſtokratiſche Air der Geburt abſprachen. Sie hatten nicht ganz Unrecht mit dieſer Bemerkung. Tournure und Toi⸗ lette verriethen die Abſicht zu glänzen und den Schein der Vornehmheit mit einiger Suffiſance zu repräſentiren. Dazu kam, daß ſich die Dame der franzöſiſchen Sprache zu ihrer Konverſation bediente, alſo die nicht ganz ſprachfertigen deutſchen Vertrete⸗ rinnen des hohen Adels aus ihrer Nähe verſcheuchte. Während ſie ſich nun auf einen ſehr kleinen Kreis beſchränkte, der im Stande war, ſie zu verſtehen und ihr zu antworten, ſank das allgemeine Intereſſe an ihr durch die Bemerkung, daß die Romantik ihrer Vergangenheit durchaus nicht in Einklang mit ihrer weltlichen Erſcheinung zu bringen ſei.
Man fühlte ſich nicht geneigt, die gewöhnlichen Plaudereien durch ein huldigendes Schweigen zu erſetzen und reihte ſich wieder zu dem gewohnten Zirkel. 5 8


