Teil eines Werkes 
5. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

158

ſeine Leute noch zu Pferde durch das Lager galop⸗ pirten, ein wiederholtes wildes Geſchrei erhoben und ihre Piſtolen in die Luft abfeuerten.

Sein Stündlein hat geſchlagen, murmelte Oceola, während er an mir vorüberſchlich;ein ver⸗ dientes und lange aufgeſchobenes Schickſal. Endlich aber iſt es da!

Und mit dieſen Worten trat er auf den freien Platz heraus. Ich ſah ihn ſeine Büchſe auf Ring⸗ zold anlegen, und im nächſten Augenblicke donnerte der Knall über das Lager hinweg. Das laute, gel⸗ lende la-ha-queené ſcholl von ſeinen Lippen, als das Pferd des Pflanzers mit leerem Sattel davonſprang und der Reiter ſelbſt in das Gras niederſtürzte.

Seine Leute erhoben ein lautes Angſtgeſchrei und galoppirten, während Furcht und Ueberraſchung ſich in ihren Zügen malten, in das Gebüſch zurück, ohne auch nur ein Wort mit ihrem verwundeten Anführer oder einen Schuß mit dem Manne zu wech⸗ ſeln, der ihn verwundet hatte.

Ich habe nicht ganz richtig gezielt, ſagte Oceola in eigenthümlich kaltblütigem Tone;er lebt noch. Ich habe von ihm und den Seinen ſchweres Unrecht erduldet ja, ſchweres Unrecht ſonſt würde ich vielleicht ſein erbärmliches Leben ſchonen.