305
„In der That, ein ſehr ſchöner Morgen!“ antwor⸗ tete die junge Frau und blickte forſchend auf ihren Gatten.
„Was ſagſt Du denn zu einem kleinen Ausfluge zu Fuß?“
Mir würde ein ſolcher ganz recht ſein. Wo wollteſt Du denn hingehen?“
„Das mußt Du rathen!“
„Nein, Du mußt es mir ſagen.“
Du vergißt ganz Käthchen! Nach Kreolengebrauch dauern unſere Flitterwochen zwölf Monate. Bis dieſe beendigt, biſt Du der Herr, liebes Weibchen! Deshalb frage ich Dich, wo möchteſt Du am liebſten hingehen?“
„Ich weiß wirklich nicht, Herbert. Wohin Du willſt. In Deiner Geſellſchaft iſt es mir ganz einerlei. Du mußt entſcheiden.“
„Nun denn, Theuerſte, da Du es mir durchaus über⸗ laſſen willſt, ſo entſcheide ich mich für den Jumbéfelſen. Von da oben kann man das Stück Land überſehen, das wir unſerm Bruder Cubina verleihen wollen. Da kön⸗ nen wir auch gleich den Platz für ſein Haus ausſuchen. Iſt Dir das ſo recht?“
Qliebſter Herbert!“ erwiederte die junge Frau, ſchlang ihren Arm um ihren Gatten und blickte ihm zärtlich in die Augen,„das iſt ja gerade der Ort, wo ich hinzuge⸗ hen wünſchte.“
„Warum das? Sag es mir, Käthchen!“
„Geh, Herbert! Weshalb ſoll ich es Dir noch ein⸗ mal ſagen? Du weißt ganz wohl, daß ich es Dir ſchon früher geſagt.“
III. Band. 20
—“


