Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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„Ha!“ kreiſchte die Jüdin und ihre Wuth ſteigerte ſich offenbar noch bei dieſem Verſuche einer Auseinan⸗ derſetzung;„niemals beabſichtigt, was?“

„Nie beabſichtigt, Sie zu heirathen. Ich habe Ihnen nie verſprochen—“

„Falſch!“ ſchrie Judith im böchſten Zorne, ihn noch⸗ mals unterbrechend.„Aber das iſt jetzt Alles ganz gleich⸗ Alles iſt vorüber! und da Sie nie beabſichtigt, mich zu heirathen, ſo ſoll auch dieſe niemals Ihre Frau werden!“

Bei dieſer keineswegs ganz ſchwer verſtändlichen Dro⸗ hung ſtreckte ſie die rechte Hand unter den ſie umhüllen⸗ den Mantel und zog einen glänzenden Gegenſtand heraus, eine mit Silber und Elfenbein ausgelegte Piſtole, die, wenn auch nur klein, dennoch groß genug war, um in ſolcher Nähe tödtlich wirken zu können.

Sofort ward die Piſtole angelegt, nicht auf Herbert, ſondern auf ſeine Genoſſin, und im ſelben Augenblicke fiel auch der Schuß und erfüllte den Kiosk mit Pulver⸗ dampf.

Als dieſer ſich verzog und zugleich eine aufflackernde Flamme von dem brennenden Gebäude her das Gemach im Kiosk hell erleuchtete, lag eine weibliche Geſtalt am Boden, die mit dem Tode rang. Wirklich war ſie auch im nächſten Augenblicke bewegungslos und ſtarr, eine Leiche.

Wohl hatte der Schuß tödtlich gewirkt, aber ſein Opfer war nicht Käthchen Vaughan, ſondern Judith Jeſſuron ſelbſt!

Die Urſache dieſer verhängnißvollen zu Käthchens Heil und zum eigenen Verderben der Mörderin ausfal⸗ lenden Verwechslung war das treue Fellahmädchen. Als