Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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den letzten Reſt einer einigermaßen ruhigen und kalten Ueberlegung.

Käthchen Vaughan hatte ſich bereits ein wenig von dem fürchterlichen Schrecken erholt, den ihr der plötzliche Anblick der Leiche ihres Vaters eingejagt; ſie ſaß auf⸗ recht auf dem Bambusſitze im Kiosk und Herbert ſaß ihr zur Seite, indem er ſeinen Arm um ihren Leib ge⸗ ſchlungen hielt und ihr zärtlich in die milden, thränen⸗ feuchten Augen ſah. Beider Haltung war der Art, daß es auch dem unaufmerkſamſten Beobachter ſofort klar werden mußte, zwiſchen ihren Herzen ſei ein feſtes Band geknüpft, das feſteſte auf Erden, das Band gegenſeitiger Liebe!

Dies wurde Judith gleich im erſten Augenblicke voll⸗ kommen klar.

Ohne ſelbſt nur ſo lange zu verweilen, daß ſie die ihr nicht unbekannte braune Afrikanerin bemerkt hätte, die den Eingang zum Kiosk zu bewachen ſchien, ſprang ſie wie eine wilde, endlich ihre Beute erblickende Tigerin in den Kiosk und ſtand herausfordernd mit trotzigen, wuthſchäumenden Geberden plötzlich vor den beiden nichts weniger als dies erwartenden Liebenden.

„Herbert Vaughan!“ ſchrie ſie im höchſten Sturme ungefeſſelter Leidenſchaft,„Verräther! meineidiger Schurke! Du haſt mich betrogen, Du haſt“

„Das iſt nicht wahr, Judith Jeſſuron!“ rief der junge Mann, ſie unterbrechend, ſobald er ſich von ſeinem erſten Erſtaunen erholt hatte und von ſeinem Sitze auf⸗ geſprungen war.„Das iſt nicht wahr! ich, ich habe nie⸗ mals beabſichtigt—“