250
Höchſte in Anſpruch nehmen mußte. Jeder hatte daher etwas zu erzählen.
Yola berichtete, wie die Geſchichte von ihres Bru⸗ ders Unglück, obwohl ſtreng vor den Dienſtboten von Willkommenberg verſchwiegen, dennoch ihrer Herrin be⸗ kannt geworden ſei, wie Fräulein Vaughan, als ſie dies gehört, ihren Vater gebeten habe, ihre(Yola's) Freiheit zu bewilligen und wie der Cuſtos auf dies Begehren unter der Bedingung eingegangen ſei, ihr Freilaſſungs⸗ ſchein ſolle an dem Tage ausgeſtellt werden, an welchem ihre junge Herrin Braut werde; allein dieſer Tag müſſe in kürzeſter Zeit eintreten.
Das waren freudige Nachrichten für den Maronen, denn nun mochte er ſeine mühſam erworbenen hundert Pfund wohl behalten und auf die beſſere Herſtellung ſeiner Gebirgswohnung dieſelben verwenden können!
Cubina wäre über dieſe Nachricht wahrſcheinlich noch mehr verwundert geweſen, hätte nicht jetzt zwiſchen ihm und dem Cuſtos ein Einverſtändniß beſtanden, weshalb er ihn in letzter Zeit oftmals beſuchte. Zwiſchen der vornehmen obrigkeitlichen Perſon und dem Maronen waren gewiſſe Beſtimmungen feſtgeſtellt worden, die die⸗ ſen für die Zukunft weniger beſorgt gemacht hatten. Herr Vaughan hatte ihm in dieſem Sinne mancherlei in Bezug auf die gänzliche Freilaſſung Yola's verſprochen, freilich auch nur unter gewiſſen Bedingungen, denn ihre Erfüllung ſollte größtentheils von dem Erfolge der ge⸗ richtlichen Belangung abhängen, die gegen den Juden einzuleiten war. Allein mit dem mächtigen Cuſtos ſelbſt als Verfolger durfte Cubina, ohne zu weit zu


