Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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auch ſicher eine ganz andere geweſen. Allein in dieſem ihrem Vaterlande und in dienſtbaren knechtiſchen Ver⸗ hältniſſen, die ſowohl den Körper wie den Geiſt in Feſſeln legten, mußte ihr gutes Ausſehen ihr nur zum Verderben gereichen.

Bei keinem hinreichend ſtarken Antriebe, ununter⸗ brochen den Pfad der Tugend inne zu halten, allein bei tauſend Verlockungen von ihm abzuweichen, hatte Cynthia, wie leider nur zu viele ihres Geſchlechts, ſich einer ausgelaſſenen Leichtfertigkeit überlaſſen. Vielleicht mochte die Sclavin auch, wie Chakra dies angedeutet hatte, verführt und getäuſcht worden ſein; wer auch die Schuld trug, ſie war jedenfalls leichtſinnig und ſittenlos geworden..

Ihrer Zeit war Cynthia indeß der Gegenſtand man⸗ nigfacher Verehrer und Bewunderer geweſen. Sie hatte jedoch ihre Liebe oder vielmehr ihre Leidenſchaft zuletzt auf einen Einzigen hingewandt und zwar mit ſolcher Heftigkeit und Ausdauer, daß ſie lediglich mit ihrem Leben enden zu können ſchien. Dieſer Eine war der junge Maronenhauptmann Cubina, und obwohl dieſe Liebe eigentlich erſt in neuerer Zeit entſtanden war, ſo hatte ſie doch bereits den höchſten Punkt wilder Leiden⸗ ſchaft erreicht, die bei dem verdorbenen Sinn des von Natur ſinnlichen Mädchens ſo mächtig und ungeſtüm wurde, daß ſie zuletzt zu Allem bereit war, was ihr in irgend einer Weiſe deren Erwiederung und Befriedigung zu verſchaffen verſprach, bereits ſogar zu dem abſcheu⸗ lichen Vorhaben Chakra's. N9 Um Cubina Gerechtigkeit wiederfahren zu laſſen,

Der Marone. II. 16