Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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gen. Das Zwiegeſpräch Cynthia's mit dem ſchrecklichen Koromantis kündete, wenn auch in zweideutige Redens⸗ arten eingehüllt, doch die klare Abſicht an, den Cuſtos Vaughan zu ermorden und zwar in einer Weiſe, welche dieſe entſetzlichen Menſchen als Todtenzauber bezeichneten.

Bei dieſem teufliſchen Anſchlage war das Mädchen mehr Helferin, als wirkliche Anſtifterin, mehr blindes Werkzeug, als eigentliche Leiterin, und der Beweggrund für ihre Theilnahme an dieſem Mordunternehmen war, wenn auch ſchlecht und verabſcheuungswerth, dennoch vielleicht einigermaßen zu entſchuldigen und ſelbſt ver⸗ zeihlich.

Ein Weniges aus der Lebensgeſchichte der Mulattin wird die Beweggründe zu dieſer Handlung vollkommen begreiflich machen, wenn ihre Unterredungen ſie auch bereits faſt hinlänglich klar dargelegt haben.

Cynthia war eine Sclavin zu Willkommenberg, eines der Hausmädchen der zum Hausweſen dort gehö⸗ renden Dienerinnen, von denen es in einer großen Haushaltung auf Jamaiea, wie die des Cuſtos Vaughan, gewöhnlich eine große Anzahl giebt.

Im früheren Lebensalter hatte das Mädchen wirk⸗

lich ſehr gut ausgeſehen; auch konnte man ſchwerlich behaupten, daß dies jetzt nicht mehr der Fall ſei; allein ihre Schönheit beſtand durchaus nicht mehr in dem Reize unſchuldiger Jungfräulichkeit, ſondern vielmehr lediglich in den ſinnlichen Vorzügen eines kecken und leichtſinnigen Frauenzimmers.

Wäre Cynthia keine Sclavin geweſen und hätte ſie in andern Ländern gelebt, ſo wäre ihre Lebensgeſchichte