——
21
dieſe ſtolzen Pflanzer hindern, Verbrechen zu begehen, deren Richter ſie ſelbſt ſind? O, Yola, es iſt er⸗ ſchreckend, über ihre ſchändlichen Handlungen nachzuden⸗ ken. Dieſen Morgen noch bin ich auf ein ſchlimmes Beiſpiel ihrer Grauſamkeit geſtoßen, und wenn ich daran denke, daß Du in der Macht eines Solchen biſt, ſo er⸗ greift mich ein Gefühl, als wäre jede Stunde, bis ich Deine Freiheit zu erlangen vermag, ein ganzer, ewig langer Tag. Stets habe ich Furcht, es möge ſich noch etwas ereignen, was mich verhindern könne..
„Gerade heute hatte ich große Hoffnungen,“ fuhr der Liebende dann fort und verſtärkte ſeine Worte durch ein liebevolles Lächeln.„Es iſt mir nämlich geglückt, die hundert Pfund beinahe zuſammen zu bringen, und das Beutegeld, das ich für den aufgefangenen Flüchtling zu bekommen erwarte, wird ſie voll machen.“
Das Maͤdchen gab auf dieſe Rede ihres Geliebten keine Antwort, ſondern blickte ihn ſchweigend und gleich⸗ ſam halb vorwurfsvoll an. Er bemerkte etwas der Art in ihren Blicken oder glaubte es vielmehr zu be⸗ merken.
„Was, Yola, Du biſt nicht mit dem, was ich ge⸗ ſagt, zufrieden? Du tadelſt mich? Ja, Du haſt Recht. Ich muß zugeſtehen, es iſt gerade keine ſehr achtbare Weiſe, das Kaufgeld für Dich zu erwerben! Maldito!
was kann ich denn nur thun? Wir Maronen haben
ja keinen andern Weg, Geld zu verdienen, ausgenom⸗ men durch die Jagd auf wilde Schweine und durch den Verkauf des eingeſalzenen Fleiſches. Doch das giebt uns nicht mehr, als zum Leben nöthig. Carambo! Auf die


