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Ihr Vater bemerkte dies, aber anſtatt das Lächeln zu erwiedern, ward er nur noch ernſthafter.
„Komm, Katharina!“ ſagte er verweiſend,„ich habe Dich eines ernſthaften Gegenſtandes halber rufen laſſen. Ich hoffe, Du wirſt mir ernſthaft zuhören, wie es dem Gegenſtande angemeſſen iſt, den ich Dir vorführen will.
„Aber, Papa, wie kann ich nur ernſthaft ſein, bevor ich den Gegenſtand kenne. Du biſt doch nicht krank, ſo hoff' ich?“ 1
„Ei, was, nein, nein! Dies hat mit meiner Ge⸗ ſundheit gar nichts zu thun, die Gottlob gut genug iſt, und mit Deiner auch nicht. Es betrifft nicht unſere Geſundheit, ſondern unſern Wohlſtand, Katharinal?“
Die letzten Worte wurden mit Nachdruck und zugleich in traulichem Tone geſprochen, als wollte er der Tochter Mitgefühl und Theilnahme für den vorzubringenden Ge⸗ genſtand gewinnen.
„Unſern Wohlſtand, Papa? Ich hoffe, es iſt nichts Beſonderes vorgefallen? Haſt Du Verluſte gehabt?“
„Nein, liebes Kind,“ erwiederte Herr Vaughan, nun in einem zärtlichen, väterlichen Tone redend,„Nichts der Art, Dank dem Glücke und vielleicht auch ein wenig meiner eigenen Klugheit. Es ſind keine Verluſte, ſondern Gewinne, an die ich denke.“ 3
„Was, Gewinne?“
„Ja, Gewinne, Du kleiner Schelmt Gewinne, zu
denen Du mir helfen kannſt.“
„Ich, Papa? Wie könnt' ich Dir wohl helfen? Ich weiß ja gar nichts von Geſchäften, ganz gewiß, ich weiß gar nichts davon.“
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