Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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junge Kreolin beim Eintreten ſich ſofort mit einer Frage an ihren Vater wandte.

Du haſt nach mir geſandt, Papa? Das Frühſtük iſt ja doch noch nicht fertig!

Nein, Katharina, erwiederte Herr Vaughan ernſt, deswegen geſchah es auch nicht.

Der ernſte Ton war gar nicht nöthig, die Benen⸗ nungKatharina war ſchon hinreichend, um Käthchen anzudeuten, daß ihr Vater in höchſt ernſthafter Stim⸗ mung ſei, denn nur dann pflegte er ſie bei ihrem wirk⸗ lichen vollen Taufnamen zu nennen.

Setz Dich dahin! ſagte er und wies auf einen Seſ⸗ ſel, dem er ſelbſt gegenüber ſaß.Setze Dich, meine

Tochter und höͤre mich an, ich habe Dir etwas Wich⸗

tiges zu ſagen.

Die junge Dame gehorchte ſchweigend, nicht ohne ein wenig von jener widerſtrebenden Verlegenheit, die gewöhnlich Kranke zeigen, wenn ſie ſich dem Arzte gegen⸗

über ſetzen, oder die ein unartiges Kind kund giebt, wenn es ſich vorbereitet, elterlichen Ermahnungen zuzu⸗

hören.

Indeß war die natürliche Heiterkeit derkleinen Quasheba nicht ſo leicht zu beſiegen und obwohl der auf ihres Vaters Geſicht ſich abmalende ungewöhnliche Ernſt ſie leicht zurückgedrängt haben könnte, ſo hatte doch die Förmlichkeit, mit der die Unterredung begann, eine ganz entgegengeſetzte Wirkung, denn in den beiden

lieblichen Winkeln ihres niedlichen Mundes hätte man

eine unverhüllte Neigung zum Lächeln wahrnehmen können.