284 „Und was machte Dir das aus?“ vül!“—
„Du biſt ein ſonderbarer, geheimnißvoller alter Mann, Vater Jacob, und obwohl ich Dich nun ſchon
beinahe zwanzig Jahre ſtudire, ſo verſtehe ich Dich jetzt doch nicht halb. Aber was ſagte er von der Käthchen
Vaughan? Er ſah ſie doch?“ „Jo, ör hatte oine Suſammenkunft mit ſoiner Cou⸗
füne. Oer ſogt auch, ſü wor ſöhr froindlich gögen
ühm. Oer üſt nücht böſe auf ſü, durchaus gor nücht.“ Dieſe Nachricht ſchien gerade keinen angenehmen Ein⸗
druck auf die Jüdin zu machen, welche die Augen auf
den Boden niederſchlug und einige Augenblicke in ge⸗ dankenvoller Haltung blieb.—
„Vater,“ ſagte ſie mit einem halb ernſten, halb
ſcherzhaften Tone,„der junge Mann hat ein Stück blaues Band im Knopfloche. Du haſt es gewiß auch bemerkt. Ich bin neugierig zu wiſſen, was das bedeu⸗ tet. Iſt es ein Orden oder was ſonſt? Erzählte er's Dir nicht?“
„Noin. Uech bemörkte ös wohl, doch da ör nüchts
darüber ſogte, ſo hob üch ühn nücht gefrogt. Oes üſt
koin Orden, nüchts der Art. Soin Vater war nur
oin armer Künſtler.“
„Ich möchte doch wohl wiſſen, wo er das Band her hat?“ ſagte Judith mit leiſem Tone, halb mit ſich ſelbſt
redend.
„Du kannſt ühn ſölbſt frogen, Schudith. Da üſt
nüchts daboi.“
„Vül, ſöhr vül, Tochter Schudith! würklich ſöhr
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