Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

171

obachtete die Geſichter nach der Reihe, wenn ſie vom Feuer beſchienen wurden. Es waren Frauen und Mädchen jeden Alters da, ſogar die fette Mulattin war auf dem Platze und wiegte ſich in den Bewegungen des Tanzes.

Wo war aber Lilian? Ich war ver ahdert, ſie nicht zu ſehen— verwundert, aber erfreut!

Wo war ſie? Unter den Zuſchauern?.

Ich muſterte den Kreis derſelben flüchtig und er⸗ blickte ſchöne, jugendliche Geſichter mit Perlenzähnen und Roſenwangen, aber das ihrige nicht. Sie war nicht

unter ihnen.

Ich wandte mich zu ihrer Schweſter, um mich mit ihr zu beſprechen, als ich bemerkte, daß Marian ihre Augen auf ihren Vater gerichtet hielt. Sie ſchaute ihn mit ſeltſamem Ausdrucke an. Es ſchien mir, als ob beſondere Vorſtellungen in ihrer Seele auftauchten und eine heftige Bewegung ihr Herz erfaßt habe. Ich enthielt mich, den Lauf ihrer Gedanken zu unterbrechen.

Bis jetzt war der Wagen neben uns finſter geblie⸗ ben. Plötzlich leuchtete, wie auf einen Zauberſchlag, ein Licht im Innern desſelben auf und ſchimmerte

durch die dünne Leinwand. Ein Licht war unter dem Verdecke angezündet worden und brannte nun hell und

gleichmäßig.

Ich konnte der Verſuchung, unter die Plane zu ſchauen, nicht widerſtehen. Vielleicht leitete mich eine dunkle Ahnung.

—

3—— 5 6 2 ————— .—-—————