zu ziehen. Das Ende ihrer Prüfungen war nahe und ich ſuchte, ihr das klar zu machen.
Es wurde mir leicht, ermunternde Worte zu finden, denn da ich wußte, wie bereitwillig ihr Liebhaber ihr entgegen kommen würde, konnte ich ihr die volle Ver⸗ zeihung deſſelben im Voraus verſprechen.
„Ach, Marian,“ ſagte ich,„eine heitere Zukunft harrt Ihrer. Ich wollte, ich könnte von mir und Ihrer Schwe⸗ ſter Lilian ein Gleiches behaupten!“
„Ha!“ vief ſie mit plötzlich erwachtem Intereſſe aus, „erzählen Sie mir von meiner Schweſter! Sie haben mir es bereits verſprochen und ich kann mir nicht den⸗ ken, daß ihr eine Gefahr drohen könnte.“
Ich theilte ihr hierauf alles mit— meine eigene Geſchichte— meine erſte Begegnung mit Lilian— meine Liebe zu ihr und die Urſachen, welche ich hatte, an ihre Gegenliebe zu glauben— die in Begleitung des Mor⸗ monen erfolgte Abreiſe von Tenneſſee— unſeren Ver⸗ ſuch, die Carawane einzuholen und die Gefangenneh⸗ mung durch die Indianer— mit einem Worte alles, was ſeit meiner Begegnung mit Lilian geſchehen war.
Ich fügte die traurigen Vermuthungen hinzu, welche ich in Hinſicht auf das Schickſal ihrer Schweſter hegte, indem mich die innere Sorge trieb, ihr nichts zu verſchweigen.
Nachdem ſie ſich den Empfindungen überlaſſen, die eine ſolche Entdeckung nothwendig in ihr erregen


