Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wir haben beide gefehlt. Lieben ja ich liebe Dich, ſo hoch mein Herz noch lieben kann.

Und ich darf Dich begleiten, wenn Du rei⸗ ſeſt? fragte Gerda und bedeckte die Hände ihres WMannes mit Küſſen.

Ja, im Leben und Tod, verſicherte Ernſt und drückte ſie zärtlich an ſein Herz.

Ja, und ich bin auch die Deinige mit Leib und Seele, verſicherte Gerda mit ihrer ganzen früheren Lebhaftigkeit.

Später am Abend ſtand Ernſt einſam am Fen⸗ ſter, welches nach Süden lag.

O Alva! Du reiner, angebeteter Engel, Du haſt geſiegt, Du haſt Recht gehabt; es liegt ein großer und edler Genuß darin, zu verzeihen und als Menſch und Chriſt ſeine Pflicht zu erfüllen. Jetzt erſt bin ich Deiner würdig, dachte der Graf.

Einige Tage darauf reisten Ernſt und Gerda hei⸗ ter und glücklich nach Italien.

Auf einem Sopha in einer kleinen netten Woh⸗ nung in der Königinſtraße lag ein bleiches, ſchönes Weib. Ihr Geſicht trug das Gepräge einer über⸗

ſtandenen Krankheit. Neben ihr ſaß ein Mann

on hoher Geſtalt, mit düſteren Geſichtszügen und einer vor der Zeit gefurchten Stirne. Gerda und Ernſt ſind jetzt nach Italien ge⸗ eist, äußerte der Mann. Mit Freuden habe ich es aus Gerda's letztem