Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Nachſicht ſie zur Reue und ſchließlich zur Liebe zwängeſt! Sie wird Dich dann als den beſſeren Theil ihrer ſelbſt eines Tages lieben, weil Du ſie das Gute und Heilige in ihren Pflichten gelehrt haſt. Glaube mir, eine ſolche Handlung bringt Dir weit mehr Befriedigung, als wenn Du einer egoiſti⸗ ſchen Rachſucht nachgiebſt.

Aber das, was Du vorausſetzeſt, iſt unmög⸗ lich; denn ich liebe dieſes Weib nicht.

Alles Gute und Großmüthige iſt einem edlen Menſchen möglich. Du haſt mir einmal geſagt, daß Du mich höher als mein Leben liebteſt. Nun gut, im Namen dieſer Liebe flehe ich Dich an: Verzeihung für Gerda! und möge das, was paſſirt, zwiſchen Dir und mir bleiben, bis Gerda reuevoll Dir einſt ſelbſt ihren Fehler bekennt.

Ich habe nicht die Kraft dazu, denn an ihren Lippen werde ich immer die Merkmale von ſeinen Küſſen und an ihrer Stirne unſerer Beider Schande leſen.

O Ernſt! ich habe alſo vergebens zu Deinem

Herzen geſprochen? Dein Egoismus iſt ſtärker, als

Dein Edelmuth! Auf den Knien, zu Deinen

bettle ich um Verzeihung für dieſes arme, irrege⸗ leitete Kind, welches niemals eine Mutter gehabt die ſie die Pflichten eines Weibes gelehrt, die auf⸗ gewachſen iſt ohne Leitung und keinen Begriff von dem bekommen hat, was ſich für eine Gattin ſchickt. Ernſt! ich werde nicht aufſtehen, bevor Du meine Bitte bewilligt haſt. Alvä war ſo idealiſch ſchön, als ſie, das ganze Geſicht von den Gefühlen verklärt, die ſie belebten,