Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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ſo bittere hatte ſie noch nicht vergoſſen. Ver⸗ kannt, verkannt von Allen, und auch von Ernſt! flüſterte Alva.

Weine nicht, Alva, Deine Thränen brennen mir auf dem Herzen. O, ſage ein Wort, daß Du mich nicht betrügen wollteſt, äußerte Ernſt mit Wärme und ergriff ihre Hand.

Mit bewegter Stimme berichtete jetzt Alva, wie ſie Gräfin Hilda's Anklage mit angehört und auch ihrer Zuſammenkunft im Comptoir beigewohnt hätte. Als Du, fuhr ſie fort mit dem Schlüſſel

in der Hand Dich nach Gerda's Zimmer begabſt und Hilda ſich beeilte, anderweitig ihre Anklage zu wiederholen, da hatte ich nur einen Wunſch, den nämlich, dem Unglück, welches über Gerda, und dem Scandal, der über Euch beiden ſchwebte, vorbeugen zu können. Es konnte nur dadurch ge⸗ lingen, daß ich meine eigene Ehre auf's Spiel ſetzte; aber was hatte das denn zu bedeuten, da es Dir galt? Während ich nach meinen Zimmern hinauf und dann die Wendeltreppe hinunter nach Gerda's Zimmern eilte, flog zwar der Gedanke durch meinen Kopf, daß Du mir zuvorkommen könnteſt, aber ich öſtete mich indeſſen mit der Hoffnung, den An⸗ deren zuvorzukommen. Und ſo vollkommen kannte ich deinen Charakter, daß ich überzeugt war, Du würdeſt nicht, nachdem ich dazwiſchen getreten, Ger⸗

da's und Deine eigene Ehre einem offenbaren Scandal preisgeben. Was wäre nicht paſſirt, falls es ſu gegangen wäre, wie Hilda es berechnet hatte? Habe ich mich einer Betrügerei ſchuldig gemacht, ſo es wenigſtens eine ſolche, welche jeder gute Schwartz, Die Schutzloſen.

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