Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Beim Mittagstiſch kam Alva nicht zum Vor⸗ ſchein. Sie ließ ſagen, daß ſie durch ein Uebelbe⸗ finden verhindert ſei, und ſie befand ſich wirklich nicht wohl. Während dieſer ganzen vierundzwanzig Stunden war Alva einer Gemüthsbewegung nach der andern ausgeſetzt geweſen, und ſie fühlte ein großes Bedürfniß, einige Stunden allein zu ſein, um allem Zwang und aller Verſtellung auszuweichen. Sie hatte das Bedürfniß zu weinen und zu beten, um ſich Kraft zu der Zuſammenkunft mit Ernſt zu holen. Nur eine ſo ſtarke und von dem Gefühl für das Gute belebte Seele wie Alva, war im Stande alle dieſe Stürme zu ertragen, ohne zu er⸗ liegen.

Alva hatte bereits von dem Augenblick an, wo Ernſt gleich einem rettenden Engel für ſie auftrat, ſein Bild in ihrem Herzen behalten; und obgleich Jahre vergingen, bevor ſie einander wiederſahen, ſo nährte ſie doch in ihrem Innern eine ſchwärmeriſche Neigung zu ihm, die ihre Seele mit manchem an⸗ muthigen uud reinen Traum erfüllte.

So ſtand es auch mit ihrem Herzen, als ſie ihn als Gerda's Mann wiederſah. Wie manches Luft⸗ ſchloß ſtürzte zuſammen, wie manche ſchöne Illuſion verſchwand nicht bei dieſem bittern Wiederſehen. Beſonders hatte Alva, nachdem ſie Eigenthümerin eines großen Vermögens geworden, manche glänzende Vorſpiegelung von der Hoffnung gehabt, und träumte immer von einem Wiederſehen; aber ach! unter

elch ganz anderen Verhältniſſen. Jetzt weihte die⸗ be ihr Leben der Entſagung und ihre Liébe fnungslöſigkeit. Aber in demſelben