Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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nungen ſprechen. Freilich machte Alva ſie darauf aufmerkſam, daß die Verbindung mit Hermann auf ſchwere Hinderniſſe von Seiten des Barons ſtoßen würde; aber darauf wollte Gerda niemals hören. Und Alva, welche ahnte, daß Gerdas Leben gerade das Gegentheil von dem werden würde, was ſie ſich vorſtellte, liebte ſie wie eine junge Mutter ihr Kind. Ein Jahr verging und Alles blieb unverändert⸗ Alva übte während dieſer Zeit einen wohlthuenden Einfluß auf Gerda und that Alles, um in ihrem Herzen die guten Inſtinkte zu wecken, welche darin ſchlummerten und um ihrem launiſchen, veränderli⸗ chen und etwas egoiſtiſchen Temperament kraſtvoll entgegenzuarbeiten; aber Gerda gehörte zu jenen ſchwachen Naturen, welche irgend Jemanden an ihrer Seite haben müſſen, welche ſie leiten und welche, wenn ſie ſich ſelbſt überlaſſen werden oder ſich unter dem Einfluß einer ſchlechten Umgebung befinden, dazu geſchaffen ſind, ihrem eigenen Untergang ent⸗ gegenzugehen. Sie ſind nichts durch ſich ſelbſt, ſon⸗ dern Alles durch Diejenigen, welche ſie beherrſchen. Das Benehmen des Barons gegen Alva wurde mit jedem Tag freundlicher und oft zuvorkommend. Er war in ſeiner Herablaſſung ſo weit gegangen,. daß er Gerda ihre Bitte gewährt hatte, Alva Du nennen zu dürfen, was für ſo unerhört gehalten wurde, daß Alle ſich darüber wunderten. Es iſt wieder Mai. Gerda und Alva promenir⸗ ten im Park. — Sahſt Du, daß Papa zwei Briefe erhielt; der eine war von Herman, ich kannte die Handſchrift. Letzthin ſchrieb er, daß er um die Johanniszeit hier⸗