Teil eines Werkes 
Die Schutzlosen : eine Erzählung / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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egoiſtiſches Herz für ein anderes menſchliches Weſen empfinden konnte. Sie war ein Theil von ihm ſelbſt, für ihr Glück und ihren Frieden würde er Alles, ausgenommen ſich ſelbſt, opfern. Der Baron ſah deshalb mit Unruhe Gerda's Trauer. Nachdem er Alles aufgeboten hatte, um ſie zu tröſten, ging er hinauf zu Alva. J — Ich wünſchte, daß Mamſell Holm meine Tochter nicht allein ließe, ſondern ſie zu zerſtreuen ſuchen möchte,— ſagte der Baron, als er in Alva's Zimmer eintrat. Zu gleicher Zeit muß erwähnt werden, daß Alva

die einzige Perſon im Hauſe war, die er mit einiger Rückſicht und Freundlichkeit behandelte.

— Ich habe es verſucht, aber das Fräulein befahl mir, es allein zu laſſen, und bemerkte, daß der bloße Anblick von mir ihr jetzt peinlich ſei,— antwortete Alva.

— Sie ſind indeſſen Diejenige, welche nach Her⸗

manns Abreiſe Einfluß auf ſie hat. Ich will des⸗ halb, daß Sie ſie nicht verlaſſen.

— Ich werde mit Vergnügen dem Befehle des Herrn Barons nachkommen.

Wie Alva es jetzt anfing, ſo gelang es ihr wirk⸗ lich, Gerda zu beruhigen, und endlich ſprach letztere zu ihr von ihrer Liebe zu Hermann und von ihrem ihm gegebenen Verſprechen des Schweige d der Treue u. ſ. w. Nichts nähert zwei jun chen einander raſcher, als ein ſolches anvertra Geheimniß. Alva nahm bald eine hohe Stelle Gerdas Herzen ein; denn mit ihr konnte ſie vo Hermann, von ihren Gefühlen, Träumen und Hoff⸗