36 Sun Schluchzen aus, welches ſie nicht zu⸗ rückhalten konnte.
— Alva, Alva!— äußerte die Mutter mit veränderter Stimme, die heftig war, und an deren Ton man hörte, daß die Kranke phantaſirte.—
Alva! weine nicht; Deine Thränen brennen auf meinem Herzen!——— Du biſt rein,——— rein wie der Tag Gottes; aber ich——— ich ſollte weinen——— Siehſt Du nicht meinen Vater?——— ſiehſt Du, wie er ſeine Hand gegen mich ausſtreckt——— O! hörſt Du—— hörſt Du ſeinen Fluch———
Die Kranke ſtieß einen Angſtruf aus. Alva ſchauderte es und ſie drückte ihre Lippen gegen die Hand der Mutter. Nach einer Weile hob dieſer wieder an:
— Wenn man Dir ſagen ſollte,——— daß Dein Leben meine Schande ſei——— ſo glaube ihnen nicht!——— Niemand weiß es beſſer, als
der Pfarrer———
Alva fuhr bei dieſen Worten zuſammen, als wäre ſie von einer Schlange gebiſſen worden. Sie verbarg ihren Kopf in den Kiſſen der Mutter; ſie wollte nicht mehr 6 hören; aber dieſe Nacht war dazu beſtimmt, ihr
fürchtetliche Dinge zu enthüllen. Die Mutter erhob ſich mit Heftigkeit und rief
— Alva! wer iſt da?——— Kommen ſie, um mich zu holen——— ſoll ich gegen ihn zer gen——— Iſt es der Graf, der mich angegeben hat?——— Hülfe——— ich will nicht—
— Mama, geliebte Mama! hier iſt Nieman als Deine Alva.


