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Frage bei einer ſolchen Gelegenheit gar zu ſchmerz⸗ lich ſein, denn der Doctor ergriff freundlich und theilnehmend Alvas Hand und antwortete:
— Es iſt unmöglich, das mit Beſtimmtheit zu ſagen; ſie lebt vielleicht noch einige Tage, aber ſie kann auch ebenſo gut noch dieſe Nacht ſterben; ſeien Sie darauf bereit ſie zu verlieren, ſeien Sie aber auch verſichert, daß Nichts, was gethan werden kann, um ihren Zuſtand zu lindern, von mir unterlaſſen werden wird. Ich komme morgen früh bei Zeiten wieder. Und damit verließ er die troſtloſe Alva, welche zum Lager ihrer Mutter zurückkehrte. Sie war ein⸗ geſchlummert.
Alva kniete in ſtummem nnd bitterem Schmerz am Bett, ohne daß ſie im Stande war weder zu beten noch zu denken; und ſich nur bewußt, daß ſie Alles, was ihr auf der Erde lieb war, verlieren würde. Alva, welche nie ein anderes Ziel ihrer Anhänglichkeit gehabt, hatte von der zarten Kind⸗ heit an dieſelbe der Mutter gewidmet. Mutter und Tochter maren Alles für einander, und jetzt kommt der Tod, jener widerliche und unbewegliche Tyrann, um dieſes Band zu zerreißen, und das arme Kind in die Welt unter fremde Menſchen hinauszuwerfen, welche ſie nicht kannte, noch weniger liebte, und unter welchen ſie ſich immer allein fühlen würde.
Dieſe Gedanken traten freilich nicht klar vor Alvas Seele; aber ihr Herz wurde von ſo vielen und bitteren Leiden beſtürmt, daß ſie ein ganzes Chaos von Qualen bildeten. Endlich der


